„Wie mache ich die Energieversorgung meines Unternehmens fit für die Zukunft und was hat Elektro-Mobilität damit zu tun?“

Das Ziel der Energiewende in Deutschland ist es einerseits, das Zeitalter der Erneuerbaren Energien so schnell wie möglich zu erreichen und dabei gleichzeitig den Preis für Strom bezahlbar zu halten. Die zweite Säule ist die Energie-Effizienz, denn genauso wichtig für das Gelingen der Energiewende ist es, mehr Energie einzusparen insbesondere bei der Beheizung von Gebäuden und der Mobilität.

Bei aktuell ca. 45 Mio PKW in Deutschland mit konventioneller Otto- oder Diesel-Motoren-Technik ist es weiterhin unbestritten, dass die Elektro-Mobilität ein wesentlicher und integraler Bestandteil der Energiewende sein muss, damit sie auch gelingt. Man sollte also meinen, die Probleme sind erkannt, die Strategie ist definiert und der Weg zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende in Deutschland ist damit klar. Oder etwa nicht?

Prof. Claudia Kemfert ist Wissenschaftlerin für Energie und Klimaökonomie und leitet u.a. die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), und Sie hat hierzu in einem Interview mit der Deutschen Welle im Mai 2017 eine klare Position bezogen: „Da ist ein regelrechter Krieg zwischen der alten und der neuen Energiewelt entstanden. Das fossile Imperium schlägt zurück und dies sehr aggressiv.“

Sie attestiert der fossilen Energiewirtschaft gar, mit großen PR-Budgets und hinter den Kulissen mit Fake News gegen die Energiewende zu kämpfen. Mythen wie z.B. drohende Blackouts und ein Kosten-Tsunami landen über soziale Medien in den Köpfen der Menschen und Politiker fällen entsprechende rückwärtsgewandte Entscheidungen: „In Deutschland wird offiziell zwar von Energiewende und Klimaschutz geredet, aber faktisch wird der Kohleausstieg verzögert.“

Ein gefährliches Halbwissen also, das droht die Energiewende auszubremsen – wäre da nicht auf der anderen Seite ein fundiertes Expertenwissen, das kompetente Beratungs- und Ingenieurgesellschaften zu diesem Thema anbieten.

Das Pariser Klimaabkommen unterstreicht, dass der Weg alternativlos ist – „There is NO PLANet B!“ Es bietet sich uns aktuell die einmalige Chance, die Themen Energieversorgung und Klimaschutz intelligent miteinander zu verknüpfen.

Ein passendes Schlüsselkonzept für die weitgehende Dekarbonisierung der Volkswirtschaft wurde mit der „Sektorkopplung“ bereits geschaffen. Darunter versteht man die gemeinsame Betrachtung und Vernetzung der drei Sektoren Elektrizität, Wärmeversorgung und Verkehr unter Integration von hohen Anteilen erneuerbarer Energien.

Eine stabile Energieversorgung wird dabei getragen von Sonne, Wind & Co., effizienten Speichern, intelligenten Netzten und flexiblen Kraftwerken. Verschiedene Studien sagen in diesem Zusammenhang eine Elektrifizierung unserer Gesellschaft voraus, d.h. ein Wandel von der Energiewirtschaft hin zur Strom-Wirtschaft.

Unter diesen Voraussetzungen kann die Energiewende in Deutschland nur als Gemeinschaftswerk von Stromerzeugern, Stromnetzbetreibern und Stromverbrauchern erfolgreich umgesetzt werden. Dabei spielen die politischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle: Wenn aktuell ca. 80% der Stromkosten von Privathaushalten für Steuern, Abgaben, Entgelte und Umlagen draufgehen, dann haben es Wettbewerb und Innovation schwer. Zudem hat der Staat ein ambivalentes Interesse an Effizienzstrategien zur Stromeinsparung, ähnlich wie z.B. bei der Tabaksteuer. Der Staat hat es letztlich in der Hand, die Energiewende nicht zur Planwirtschaft verkümmern zu lassen und entsprechende Anreizsysteme für eine flexible Stromerzeugung sowie Elastizität bei der Stromnachfrage zu sorgen – beides im Zeitalter der Digitalisierung keine weit entfernten Zukunftsvisionen.

Die gute Nachricht für Unternehmer: In den Bereichen Industrie & Gewerbe sowie bei den Immobilien ist eine „Light“-Version der Sektorkopplung bereits weiter vorgedrungen, wobei es bis dato primär darum ging, die benötigten Medien für Produktionsprozesse bzw. die Versorgung von Gebäuden möglichst effizient und kostengünstig zu erzeugen. Neben der erwähnten Elektrifizierung kommt nun eine weitere sogenannte „Stromsenke“ hinzu – die Elektro-Mobilität. In Verbindung mit innovativer Speicher-Technologie ergibt sich die Möglichkeit, intelligente Gesamtlösungen zu schaffen.

„Was ist heute sinnvoll? Was ist morgen möglich?“

Im gerade unterzeichneten schwarz-gelben Koalitionsvertrag in NRW heißt es zum EEG (Erneuerbare Energien Gesetz): „Durch die allgemeine Marktentwicklung hin zu dezentralen und klimafreundlichen Energielösungen verliert die EEG-Förderung (aktuell ca. 25 Milliarden Euro Subventionen pro Jahr) ihre Bedeutung“. Die Abschaffung des EEGs für Neuanlagen mag unter gewissen Umständen diskussionswürdig sein. In Frage stellen muss man jedoch auf der anderen Seite die Subventionierung fossiler Energien, die sich laut IWF weltweit auf ca. 5.000 Milliarden $ pro Jahr beläuft (in Deutschland: 46 Milliarden €). Viel wichtiger ist jedoch das Bekenntnis zu dezentralen Energielösungen im Koalitionsvertrag!

Wurden diese meist hocheffizienten Gesamtkonzepte von den großen Playern auf dem Energiemarkt in der Vergangenheit weitestgehend torpediert, was dann über entsprechende Lobby-Arbeit auch in der Politik nicht ungehört blieb, sind diese nun selber auf den Geschmack gekommen: Unternehmensaufspaltungen, Tochtergesellschaften, Joint Ventures, etc., die sich allesamt mit dem Thema Energie-Dienstleistungen beschäftigen sollen, stehen auf der Tagesordnung ganz oben.

Die technischen Voraussetzungen für eine Kopplung der Sektoren Strom und Wärme sind weitestgehend vorhanden. Die Elektro-Mobilität – nicht zuletzt vom Abgasskandal und drohenden innerstädtischen Fahrverboten gepusht – ist auf dem Vormarsch. Und der Metatrend „Digitalisierung“ wird es möglich machen, alle drei Sektoren intelligent, effizient und sicher miteinander zu verbinden.

Profitieren von dieser Entwicklung werden die (mittelständische) Industrie und die Immobilienwirtschaft, denn es gibt kaum eine bessere „Spielwiese“ für die „Dezentrale Sektorkopplung“ als dort. Bei den Immobilien gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung von Quartieren zu legen, denn „auf der grünen Wiese“ fällt es umso leichter Nachhaltigkeit und Klimaschutz in die Gestaltung der Energie- und Verkehrsinfrastruktur einzubringen.

Die neue Energiewelt gestaltet sich dezentral, regenerativ und datenbasiert und wird somit von vielen Einzelprojekten geprägt, deren Gesamtheit dann zu einer erfolgreichen Energiewende in Deutschland beitragen werden.

Jedes einzelne Projekt wird dabei natürlich unternehmensbezogenen, ökonomischen Rentabilitätskriterien gerecht werden müssen, wobei der individuelle „Carbon Footprint“ mehr und mehr als Differenzierungsmerkmal und somit Wettbewerbsvorteil wahrgenommen wird.

Mein Aufruf geht an die Unternehmer in unserem Land – werden Sie zum Mitgestalter der Energiewende in Deutschland indem Sie Ihre eigene dezentrale Energiewende auf den Weg bringen. Nutzen Sie das vorhandene Expertenwissen und lassen Sie sich Wege aufzeigen, um die Potenziale in Ihrem Unternehmen zu heben. Seien Sie offen für die intelligenten, dezentralen Energielösungen der Zukunft und bringen Sie mit der Elektro-Mobilität Performance und Effizienz in Einklang!

Jürgen Brux

Der Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur ist im Anlagenbau mit erneuerbaren Energien groß geworden. Ausgehend von dieser Branchen-Expertise entwickelte er seine Kernkompetenzen in den Bereichen Vertrieb, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategie bei mittelständischen sowie börsennotierten Unternehmen wie der DEUTZ AG, MWM jetzt Caterpillar Energy Solutions und zuletzt ENGIE als einer der Weltmarktführer für Energie-Dienstleistungen.

Sein Unternehmen b-smart-energy bringt Energielösungen und die Elektro-Mobilität zusammen – mit Beratung, Konzept- und Projektentwicklung sowie nachfolgend mit Planung, Bau und Betrieb der entsprechenden Energie-Infrastruktur.

Schwerpunkt in der Industrie ist der Bereich der Energie-Dienstleistungen. Im Immobilienbereich konzentriert sich das Leistungsportfolio von b-smart-energy auf die Auswirkungen der Energiewende mit Fokus auf die Entwicklung von Quartieren sowie auf Gebäudetechnik und deren Betrieb.

Die geräuschlose Elektromobilität versteht Jürgen Brux als wesentlichen und integralen Bestandteil der Energiewende in Deutschland.

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